Twitch Alternativen: Diese Streaming-Plattformen sind 2024 im Kommen

Live-Streaming und Twitch gingen lange Zeit untrennbar Hand in Hand. Doch inzwischen gibt es einige andere Anbieter, die Twitch Konkurrenz machen. Wir haben uns angesehen, welche Streamingplattformen echte Alternativen zu Twitch sind.

Twitch Alternativen

Soll es der Marktf├╝hrer sein, den jeder sofort im Kopf hat und der das gr├Â├čte Netzwerk von allen hat? Oder soll es eine kleinere, unbekanntere Nische sein, in der sich nicht die gro├če Masse tummelt und die mit individuelleren Features aufwartet?

Alles hat seine Vor- und Nachteile, die es erstmal abzuw├Ągen gilt auf der Suche nach der geeigneten Streamingplattform. Gedanken, die sich nicht nur Casino-Streamer, sondern auch andere Content Creatoren machen.

Sobald du dir sicher ist, was du eigentlich genau machen m├Âchtest, kann die Wahl getroffen werden. Einen ├ťberblick, welche Anbieter dir dabei ├╝berhaupt zur Verf├╝gung stehen, gibt es hier.

PlattformGr├╝ndungsjahrZuschauer pro MonatBesonderheit
Twitch2011140 Mio.Marktf├╝hrer im Streaming
Kick202312 Mio.Casino-Streaming erlaubt
YouTube Gaming2015unbekanntVideoplattform Nr. 1
Vimeo2004unbekanntNischen-Plattform
Dailymotion2005unbekanntNischen-Plattform
Facebook Gaming2018unbekanntVerbindet Social Media und Streaming
Trovo202014 Mio.Besonders Einsteiger-freundlich
Nimo TV2014200 Mio.Gr├Â├čte Streamingplattform Chinas
Bigo2014400 Mio.Challenges und Matches
DLive2017nicht bekanntBesonders anonym

Twitch: Das Original

Bevor wir uns die Konkurrenten ansehen, schauen wir uns erst einmal an, wer der Marktf├╝hrer ist. Twitch ist seit 2011 online und so popul├Ąr, dass es schon 2014 von Amazon ├╝bernommen wurde. ├ťber 100 Millionen Streamer sind regelm├Ą├čig auf Twitch aktiv. Dabei sind vor allem Gaming-Livestreams und E-Sports der Hauptcontent auf Twitch.

Durch Partner- und Affiliate-Programme ist Twitch besonders interessant f├╝r alle, die aktiv streamen und damit Geld verdienen m├Âchten.

F├╝r Zuschauer ist die Nutzung an sich kostenlos, aber man kann Abos bei seinen Lieblingsstreamern abschlie├čen. Durch die gro├če Menge an Usern ist das Angebot auf Twitch zwar riesig, doch birgt auch genau das verschiedene Nachteile: Gegen die Zugpferde der Plattform haben Neulinge und kleine Kan├Ąle kaum eine Chance, vom Algorithmus erfasst zu werden.

Und auch wenn Twitch immer noch die Nummer 1 am Markt ist, gab es vor allem in den letzten Jahren einige ├änderungen, die den Nutzern teilweise ziemlich gro├če Steine in den Weg gelegt haben.

Durch Einschr├Ąnkungen der Werbefl├Ąche wurden Streamern M├Âglichkeiten genommen, ihre Sponsoren entsprechend zu pr├Ąsentieren. Zudem gab es einige Bann-Wellen, denen viele Accounts zum Opfer gefallen sind.

Auch Casino-Streaming ist auf Twitch seit 2023 weitestgehend verboten und nur unter gro├čen Einschr├Ąnkungen noch teilweise m├Âglich. Das d├╝rfte f├╝r einige Streamer der endg├╝ltige Startschuss gewesen sein, sich nach Alternativen umzusehen.

Pros
  • Riesengro├če Community
  • Sehr interaktiv mit vielen Features
  • Gute M├Âglichkeiten zur Monetarisierung
  • Die unangefochtene Nummer 1 f├╝r Gaming und E-Sports
Cons
  • Neuerdings viele Restriktionen und Bans
  • Unter anderem kein Casinostreaming mehr m├Âglich
  • Schlechte Aufstiegschancen f├╝r Neulinge und kleine Accounts

Kick: Die Casino-Plattform

Der gr├Â├čte Konkurrent und die in vielen Belangen vermutlich beste Alternative zu Twitch ist Kick.com. Gerade f├╝r jeden, der sich f├╝r Casino-Streaming interessiert, f├╝hrt kein Weg mehr an Kick vorbei. Die Streamingplattform wurde vom Online-Casino Stake ins Leben gerufen, als Casinostreams auf Twitch verboten und zahlreiche Streamer gebannt oder anderweitig sanktioniert wurden. Auf Kick konnten sie schnell eine neue Heimat finden.

Zwar ist Kick noch wesentlich kleiner, doch ordentlich im Kommen. Durch Sponsoring, zum Beispiel mit dem britischen Fu├čballverein FC Everton oder dem Schweizer Rennstall Stake F1 Team (Sauber) ist der Name in aller Munde.

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Streamingdeals und Affiliate-Programme bieten sehr lukrative Verdienstm├Âglichkeiten f├╝r Kick-Streamer und garantieren der Plattform langfristig gefragten Content. Von der Optik her unterscheidet sich Kick kaum von Twitch, und die meisten Features, die Twitch zu bieten hat, sind auch auf Kick vorhanden.

Pros
  • Noch bessere M├Âglichkeiten zur Monetarisierung als bei Twitch
  • Casinostreaming ist m├Âglich
  • Positive ├ľffentlichkeitsarbeit
Cons
  • F├╝r manche ist Kick nur eine Casinostreaming-Plattform, die aus Trotz gegr├╝ndet wurde
  • Kick ist noch sehr jung und daher noch ziemlich klein

Kick wird weitl├Ąufig als die gr├Â├čte „Bedrohung“ f├╝r Twitch angesehen, da hier ein finanzstarkes Unternehmen einen echten Twitch-Klon aufbaut. Die Skandale, die sich um die Plattform ranken, haben ihr nicht geschadet: Im Gegenteil: Kick hat in den letzten Monaten einen Zulauf auch von Nicht-Casino-Streamern erfahren.

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YouTube Gaming: Der Video-Platzhirsch

YouTube an sich ist erneut ein echter Riese. Als es 2005 als Video-Sharing-Plattform online ging, war YouTube schnell eine der bekanntesten und beliebtesten Websites auf der ganzen Welt. Und das ist es auch heute noch. 2006 wurde YouTube an Google verkauft, zus├Ątzliche Features wie YouTube TV oder Shorts sind im Laufe der Zeit dazugekommen.

Livestreaming gibt es auf YouTube auch bereits seit 2011. YouTube Gaming gibt es seit 2015. Allerdings ist YouTube noch immer beliebter f├╝r vorab aufgenommene und hochgeladene Videos als f├╝r Livestreams.

Auch die Nutzeroberfl├Ąche ist demnach eine andere. So ist YouTube Gaming weniger interaktiv und bietet auch kaum entsprechende M├Âglichkeiten zur Interaktion.

Auch die Monetarisierung l├Ąuft auf YouTube ganz anders: Es gibt keine direkten Partnerschaften, und durch die fehlende Interaktion ist auch keine wirkliche kommunikative Dynamik w├Ąhrend des Streamings m├Âglich. Streamer verdienen ihr Geld hier haupts├Ąchlich durch Sponsoren und durch Werbung, die vor und mitten in ihre Videos eingebettet wird. Allerdings zahlt YouTube bis zu 5 Dollar pro 1.000 Zuschauer ÔÇô und liegt damit weitaus h├Âher als Twitch.

YouTube ist thematisch nicht fokussiert und somit buchst├Ąblich die Plattform f├╝r jeden Geschmack. Auch wenn sich in den Gamingbereich haupts├Ąchlich Gaming-Zielgruppe einfinden d├╝rfte, ist durch die Masse an Usern auch Zulauf aus anderen Zielgruppen m├Âglich.

Somit k├Ânnen Streamer auch anderweitig interessierte Zuschauer als Fans gewinnen. Auf der anderen Seite kann man bei dieser Twitch-Alternative aber auch potenzielle Hater anlocken ÔÇô denn die Plattform ist extrem gro├č und vielf├Ąltig.

Pros
  • Alteingesessenes, riesengro├čes Video-Medium
  • Gespeicherte Streams werden gern im Nachhinein noch angeschaut
Cons
  • Wenig interaktiv
  • YouTube ist weiterhin vornehmlich eine Plattform f├╝r hochgeladene Videos statt f├╝r Livestreams

Facebook Gaming: Streams auf Social Media

Livestreaming auf Social Media? Nat├╝rlich, da war ja was! Theoretisch kann man auf nahezu jedem sozialen Medium jederzeit live gehen, aber Facebook bietet einen speziellen Bereich f├╝r Gamingstreams an. Mit extra Tools und Features kann man hier seine Gaming-Streams einfach verwalten und mit seiner Community teilen.

Der Gamingbereich ist schon 2018 online gegangen, aber ein vielleicht noch relativ unbekanntes Feature auf Facebook. Interaktion ist in Form von Kommentaren und Emojis m├Âglich. Auch Abstimmungen, Umfragen oder Q&As sind ein beliebter Teil des Facebook-Gamingbereichs.

Pros
  • Kombination aus Social Media und Streamingplattform
  • Daher Vernetzung mit der Community ├╝ber das Streamen hinaus
Cons
  • Nicht prim├Ąr nur Gamingzielgruppe
  • Facebook-Account ist erforderlich
  • Sehr viele Influencer und junge Content-Creator sind nicht auf Facebook

Trovo: Neue Konkurrenz aus China

Schaut man ├╝ber den westlichen Tellerrand hinaus, findet man auch in Asien echte Alternativen zu Twitch. Trovo kommt aus China und hat bisher nur einen Bruchteil der Nutzerzahlen wie Twitch.

Doch ist die Plattform aktuell ziemlich im Kommen. Nicht zuletzt d├╝rfte dies an der angenehmen und gut moderierten Atmosph├Ąre auf Trovo liegen, da dort viel Wert auf freundlichen Umgang und die Einhaltung einer gewissen Etikette gelegt wird.

Die Twitch-Alternative Trovo ist vor allem auf Mobile Games spezialisiert und ist daher auch als Mobile App besonders beliebt. Viele Spiele kann man bei Trovo selbst beziehen, so dass man innerhalb der gleichen App spielen und gleichzeitig streamen kann.

Monetarisierung hat viel geringere H├╝rden als auf anderen Streamingplattformen, was Trovo vor allem auch in Kombination mit dem „New Gamer“-Abzeichen besonders attraktiv f├╝r neue User und kleine Accounts macht. Allerdings muss die H├Ąlfte der Einnahmen durch Fanspenden an den Anbieter abgetreten werden.

Die Plattform existiert seit 2020 und ist somit noch relativ jung. Durch seine einfache Nutzeroberfl├Ąche und gute Interaktions- sowie Aufstiegsm├Âglichkeiten k├Ânnte sich der Bekanntheitsgrad von Trovo in Zukunft aber noch deutlich steigern.

Pros
  • Positive, freundliche Atmosph├Ąre
  • Einfache Nutzung sowohl f├╝r Streamer als auch Zuschauer
  • Anf├Ąngerfreundlich mit fairen Chancen f├╝r alle Streamer
  • Schnelle Monetarisierungsm├Âglichkeiten
Pros
  • Kombination aus Social Media und Streamingplattform
  • Daher Vernetzung mit der Community ├╝ber das Streamen hinaus

Nimo TV: Die asiatische Twitch-Alternative

Ebenfalls aus China kommt Nimo TV, das schon seit 2014 online ist und dort besser bekannt ist als Huya Live. Gamingstreams sind der Hauptcontent, aber auch andere ├ťbertragungen wie beispielsweise k├╝nstlerischer Content sind sehr beliebt.

Die Twitch-Alternative Nimo TV ist ├Ąhnlich wie Trovo auch darauf spezialisiert, direkt vom Smartphone aus genutzt werden zu k├Ânnen, so dass nicht zwingend ein Fest-PC erforderlich ist, um auf Nimo TV online zu gehen.

Nach au├čen erscheint der Streaminganbieter ein wenig versteckt und schwer zu finden, doch ist Nimo TV eine beliebte Plattform mit ├╝ber 200 Millionen Nutzern weltweit.

Bigo Live: 400 Mio. Nutzer k├Ânnen nicht irren

Bigo oder Bigo Live ist ebenfalls eine asiatische Streamingplattform, die 2016 in Singapur gegr├╝ndet wurde. Auch wenn sie hierzulande weniger bekannt ist, rangierte Bigo im Jahr 2020 in den Top 5 aller Streamingplattformen weltweit, was Ums├Ątze durch In-App-K├Ąufe betrifft. Das bedeutet, dass auf Bigo nicht gerade wenig los ist. ├ťber 400 Millionen Nutzer weltweit best├Ątigen die Bekanntheit der Plattform.

Gamingstreams sind ebenso popul├Ąr wie IRL-Streams, wobei Bigo vor allem Zweiterem zugerechnet werden kann. Durch Livestreams von Videocalls oder Challenges und Matches bekommt Bigo zudem einen Touch von Social Media ├í la TikTok.

Monetarisierung funktioniert bei der Twitch-Alternative nur intern ├╝ber eine App-interne W├Ąhrung. Streamer m├╝ssen nicht nur regelm├Ą├čig eigenen Content liefern, sondern auch an Challenges teilnehmen, um etwas verdienen zu k├Ânnen. Zuschauer schicken sogenannte Geschenke, wenn ihnen der Stream gef├Ąllt. Finanziell gesehen ist Bigo somit eher undurchsichtig und bindet Streamer stark an sich.

Pros
  • Vielf├Ąltige Streamingm├Âglichkeiten durch Challenges und Matches
  • Sehr gro├če Community weltweit
Cons
  • Wenig moderiert
  • Intransparente Monetarisierung

DLive: Die anonyme Blockchain-Plattform

Als weitere Twitch-Alternative gilt DLive, das ├Ąhnlich wie Bigo eine alternative Monetarisierungsform hat. Die App-interne W├Ąhrung hier hei├čt Lino. Zuschauer k├Ânnen Streamer mit Lino belohnen, das die Streamer entweder f├╝r eigene In-App-K├Ąufe weiterverwenden oder in andere W├Ąhrungen umtauschen lassen k├Ânnen. Wie bei Bigo entsteht auch hier dadurch eine gro├če Bindung zwischen Streamer und Plattform.

Aber nicht nur in Sachen Finanzen lieb├Ąugelt DLive mit der Grauzone: Auch gibt es keinen zentralen Server, sondern eine Blockchain, wodurch es keine einheitliche Sammlung der Aktivit├Ąten auf der Plattform gibt.

Die Community betreibt DLive sozusagen selbst ohne externe Steuerung oder Moderation. Da es deshalb auch keine Community-Richtlinien gibt, ist DLive eine Art wilder Westen unter den Streaminganbietern.

Pros
  • Maximale Unabh├Ąngigkeit in Sachen Richtlinien und Content
  • Keine Abgabe der erzielten Einnahmen
Cons
  • Keine Moderation von Inhalten jeglicher Art

Vimeo und DailyMotion: Klasse statt Masse

Zu guter Letzt bieten auch die beiden YouTube-Konkurrenten Vimeo und DailyMotion neben klassischem Videosharing einen Streamingdienst an. Dieser verh├Ąlt sich ├Ąhnlich wie YouTube Gaming als Unterkategorie der jeweiligen Seite.

Als kleinere Plattformen k├Ânnen Vimeo und DailyMotion in Sachen Fanbase oder Monetarisierung zwar nicht mit dem gro├čen Marktriesen mithalten, doch sind sie angenehme Alternativen f├╝r all jene Streamer, die nicht unbedingt auf Masse, sondern mehr auf Spa├č oder eine enge Community-Bindung gehen wollen.